"Märchenwald"  

<-- zurück zur Übersicht
--> weiter mit 2009/2010

aufgezeichnet von Manfred Link

 

Vor der Kampagne
Im September veranstaltete die Schwarze Elf dank unseres unermüdlichen Aktiven Jürgen Watzke wieder einmal einen Vereinsausflug, Verzeihung – eine Arbeitstagung. Da auch ein Karnevalverein hin und wieder gastronomisch tätig wird, waren die Mitglieder aufgefordert, sich biertechnisch weiterzubilden.

Mit dem Bus ging es in den Odenwald zur ersten Station Erbach. Leider war das Wetter etwas regnerisch. In Erbach machten wir eine Schlossführung und durften dann die hübsche Altstadt erkunden. Wegen des Wetters war das aber eher eine Stippvisite.

Mit dem Bus ging es weiter nach Mossautal, wo wir die Brauerei Schmucker besichtigten. Die interessante Führung endete schließlich in der hübschen Brauereigaststätte, wo wir die Produkte kosten durften.

 

Inthronisation
Frankfurter Neue Presse vom 17.11.2008:
Die närrische Kampagne hat begonnen, ein neues Prinzenpaar hat die närrische Regentschaft übernommen. Begleitet von kräftigen „Helau“- Rufen wurden Ihre Tollitäten Ina II. und Stefan I. am Dienstag, pünktlich um 11.11 Uhr, in der Reiterschänke vereidigt.
Relativ kurzfristig ist Prinz Stefan I. der mit bürgerlichem Namen Stefan Ritzel heißt, eingesprungen. Der vorherige Kandidat sagte just an dem Tag ab, als die Prinzenorden fertig waren, die somit umgehend zur Makulatur wurden. Weil die neuen Orden noch nicht fertig sind, verteilten Stefan und Ina (bürgerlich Gabriel) erst mal Ersatzorden. Der guten Laune tat dies keinen Abbruch und beim Arbeitskreis der Karneval treibenden Vereine Neu-Isenburg (AKVN) ist man sicher, mit dem neuen Paar die Richtigen gefunden zu haben: Ina und Stefan, beide bei der „Schwarzen Elf“ aktiv, kann man mit Fug und Recht als Vollblutkarnevalisten bezeichnen. Stefan Ritzel, 27 Jahre, von Beruf Bankkaufmann, ist Vizepräsident der Schwarzen Elf, gehört der Showgruppe an und singt auch bei den Cappuccinos mit. Deshalb heißt er hinfort „Stefan I, singendes Sahnehäubchen aus dem Michi - Bau“. Ina II., 34 Jahre, von Beruf Reiseverkehrskauffrau, ist Mitglied der Showgruppe, tanzt in der Garde und bei Funtasia mit und ist nun „Ina II., tanzende Weltenbummlerin aus dem Reich Funtasia“.

 

Eröffnung
Frankfurter Neue Presse vom 17.11.2008:
Jetzt schwelgen sie wieder in ihren liebsten Rollen, die Iseborjer Narren. Nach dem Auftakt am 11. 11. folgte die„Schwarze Elf“ mit ihrer Eröffnungssitzung. Am Samstag wurde im Delp-Haus ausgiebig gefeiert. Das Prinzenpaar Stefan l. und Ina II. wurde besonders im Delp-Haus vom Vizepräsidenten Thorsten Appel herzlich begrüßt. War es doch ein echtes Heimspiel für die beiden.
Dann öffnete Horst Duhme unter Beifall einen Sack und brachte den „Michi“, die Symbolfigur der„Schwarzen Elf“ ans Licht. „Es war eine lange Zeit seit Aschermittwoch, aber jetzt kommst Du wieder auf deinen Stammplatz hier im Saal“, betonte Duhme. Anschließend machte das Musikduo „Guud druff“, Carolina und Markus, seinem Namen alle Ehre. Duhme war es, der als erster in der Bütt über viele irdische Ereignisse meinte: „Es gibt sehr viele Sachen, die dem Teufel Freude machen.“
Die Showgruppe der „Schwarzen Elf“ wurde ebenso mit großem Beifall bedacht, wie Sandy Gutsche, die über das Leid einer Mutter klagte, deren Tochter ein Tanzmariesche ist.
Die Gesangsgruppe „Cappuccinos“ beschloss den närrischen Reigen.
Wem Fortuna hold war, der ging an diesem tollen Abend mit einem großen Präsentkorb nach Hause.

 

Prinzenempfang
Offenbach Post vom 22.1.2009:
„Am Sonntag war Landtagswahl. Für Isenburgs Politiker (und nicht nur die) gab es aber auch noch einen anderen wichtigen Termin. Ihre närrischen Hoheiten Ina II. und Stefan I. baten zum traditionellen Prinzenempfang in den Adolph-Kolping-Saal im Gemeindezentrum von St. Josef. Die Einladung zu diesem Empfang ist der Dank an die, die das Prinzenpaar in der Kampagne unterstützen, und sie alle wurden mit dem Prinzenorden geehrt. An erster Stelle waren das diesmal die Eltern der Tollitäten - ohne sie gäbe es das Prinzenpaar gar nicht, wie Prinzenbegleiter Claus Eichler meinte, der durch das Programm führte. Für ihn hatten sich Stefan und Ina eine Überraschung ausgedacht: Sie hatten Visitenkarten anfertigen lassen, die nachweisen, dass Eichler „geprüfter Prinzenbegleiter“ ist. Insgesamt mehr als 50 Helferinnen und Helfer bekamen den begehrten Prinzenorden umgehängt, mit Bussi versteht sich, darunter Bürgermeister Oliver Quilling, Erster Stadtrat Herbert Hunkel und Erwin Nöske, Kurator der Bodo-Sponholz-Stiftung, die das Prinzenpaar finanziell unterstützt. Auch die Mädchen von der Funtasia-Garde der Schwarzen Elf bekamen einen Prinzenorden. Sie waren an diesem Vormittag für die Bewirtung der Gäste zuständig. Für den Prinzen hatten sie sich zur Gaudi des Publikums etwas Besonderes ausgedacht. Nach dem Motto „...aber bitte mit Sahne“ wurde Stefan mit Gebäck und jeder Menge Sahne geradezu gemästet. Die Funtasia-Garde, vom gleichen Verein wie das Prinzenpaar, zeigte auch einen Tanz. Sie ist jetzt die offizielle Prinzengarde. Die „Cappuccinos“ brachten dem Paar ein Ständchen. Wenn nicht gerade das Regieren ansteht, ist Stefan Ritzel einer von ihnen.

 

Sitzung
Zu einem Märchenwald wurde die Hugenottenhalle am Samstag umgebaut. Das Motto der großen Sitzung lautete nämlich „Märchenhaftes Isseborsch“. Und so thronte auf der Bühne, mit Hexenhaus und Backofen, kein gewöhnlicher Elferrat, sondern es tummelten sich Märchenfiguren, von der Hexe bis zum Rumpelstilzchen.
Nachdem die „verängstigten“ Hänsel (Walter Ritzel) und Gretel (Thorsten Appel) dort eingetroffen waren (sie hatten sich etwas im „Wald“ verlaufen) konnte die große Schau beginnen.

Zu den Waldgeistern, Hexen und Elfen gesellte sich nun auch das Prinzenpaar. Doch halt; auf die Bühne kam nur Ina II. mit ihrem Begleiter Claus Eichler. Wo war der Prinz geblieben? Eine böse Hexe hatte ihn verzaubert und so saß auf dem großen Brunnen und der Mitte der Bühne ein großer, grüner Frosch.
Jedes Kind weiß, was in einem solchen Fall zu tun ist: Sie küsste tapfer den grünen Frosch und ‚puff’: da stand er: Prinz Stefan I., das singende Sahnehäubchen aus dem Michi-Bau.
Danach gab es erst mal einen schmissigen Auftritt der „Schlabbedengla“ aus Bruchsal mit ihrer Guggemusik.. „Schlabbedengler“ sind Flickschuster oder auch Nichtsnutze.

Einen neuen Protokoller präsentierte die Schwarze Elf: Horsthelmut Schimkat löste Gudrun Litzenberger ab, die viele Jahre die großen und kleinen Ereignisse des abgelaufenen Jahres auf die Schippe genommen hatte. Auch Horsthelmut Schimkat spottete über die politische Situation mit Witz und Biss, von George W. Bush bis zum „Oberförster Olli“ (Quilling). „Im Städtche kommt alsbald ein Neuer, der uns wird dann lieb und teuer“ spielte er auf den möglichen Bürgermeisterwechsel in Isenburg an.

Bezaubernd der Auftritt der Minikids als Pumuckl, Biene Maja oder Schlümpfe, die zu eben jenen bekannten Kinderliedern tanzten.

Natürlich durfte auch in diesem Jahr die „Schrecklich nette Familie“ nicht fehlen. Da vergaß Stefan Ritzel gern, dass er als Prinz Stefan I. mit Prinzessin Ina II. eigentlich Ehrengast war und wirkte selbst mit: Er ist nämlich der „Offebäscher Opa“, der mit der Mama (Thorsten Appel) und dem kleinen „Zeppelinheim“ (David Litzenberger) viele Kalauer riss. „Wer in Offenbach geboren ist und schon in Sprendlingen war, dem gefällt auch Sibirien“.

Er sang auch bei den Cappuccinos mit, die mit ihren Liedern über den Ebbelwoi und die Iseborjer Fassenacht das Publikum in Schwung brachten.
Ab jetzt mit von der Partie und wahrlich eine starke Ergänzung war Norbert Engl, der Alt-Sängerknabe, mit seinem Akkordeon und seinen Texten.
Einen flotten Gardetanz bot die Polkaformation, bevor Walter Ritzel , der „Prinzebabba“, über seine Erfahrungen mit Sohn Stefan plauderte.

Nach vielen Jahren hat die Schwarze Elf mit Ilene Kelly endlich wieder ein Tanzmariechen, das (trainiert von Stefanie Hehn) schon Einiges drauf hat.Zur „Deutschlandreise“ lud nach einer kurzen Schunkelpause die Showgruppe ein. Da durfte natürlich auch Mallorca, das „17. Bundesland“, nicht fehlen. Kurzzeitig erhob sich Prinz Stefan zum „König von Mallorca“.

Maria Marx und Gudrun Litzenberger, „zwei „Hexen“, ließen an ihren Männern („Wehleidige, fußballverrückte, schnarchende Opas“) kein gutes Haar.
Für „ABBA“-Fieber sorgten die Maxis mit einem Disco-Tanz aus den 80er-Jahren.
Seit 25 Jahren treten die „2 Doofen“ (Werner Konrad und Petra Klein) von der Feuerwehr Heusenstamm gemeinsam auf. Auch in Isenburg sorgen sie seit Jahren für viel Heiterkeit; so auch in diesem Jahr.

Ebenso das Männerballett, das sein Publikum ins märchenhafte Irland entführte. Kleine Kobolde und Elfen, trainiert von Martina Liedtko.
Als „Luwwis, die Butzfraa vom Rathaus“ lüftete Martina Liedtko noch einige weitere Geheimnisse aus der Stadtverwaltung, bevor die Showtanzformation „Funtasia“ die Sitzung zu einem letzten Höhepunkt brachte. Auch Ina Gabriel, obwohl Prinzessin, machte gern mit, zumal sie gemeinsam mit Stefanie Hehn auch noch Trainerin der Gruppe ist.

Nach dem großen Finale, bei dem alle Beteiligten auf die Bühne kamen, ging die Narretei zu den Klängen von „No Name“ noch bis in die Nacht.

Anzumerken ist noch, dass Werner Mickley und Karl Gress den Michi-Orden für 22 Jahre aktive Tätigkeit bei der Schwarzen Elf erhielten.

 

Lumpenmontag
Als Heimatverein des aktuellen Prinzenpaares versucht man selbstverständlich, das Beste für die beiden Akteure zu gestalten.
So war das auch bei der Vorbereitung für den Lumpenmontag.
Der Prinzenwagen war schon etwas in die Jahre gekommen. Was lag näher, als so eine starke Truppe wie die Bühnen- und Wagenbauer der Schwarzen Elf zu animieren, etwas Neues zu machen.
Gesagt, getan; der Schwan, der viele Jahre Galionsfigur des Prinzenwagens war, wurde abgerissen. Das Podest auf dem Wagen verschoben und eine große Treppe gebaut, ein goldenes Geländer angeschraubt und ein roter Teppich verlegt.
Ein würdiger Wagen stand für das Prinzenpaar bereit.

Für den eigenen Kommiteewagen wurden die Bühnenteile des Märchenwaldes verwendet und so das Bühnenthema noch einmal aufgegriffen.

Am Sonntag ging es dann nach Götzenhain zum Umzug. Da wir jetzt unabhängig von einem Traktor samt Fahrer waren, konnten wir erstmals auch an einem auswärtigen Umzug teilnehmen. Allerdings spielte das Wetter gar nicht mit. Irgendeiner dort oben im Himmel hatte den falschen Knopf gedrückt; es war nass, kalt und richtig ungemütlich.

Auch einen Tag später, am Lumpenmontag, war es nicht besser. Nachdem morgens noch trübes Wetter war („vielleicht hälts ja“), ging gegen 14 Uhr ein heftiger Regenschauer auf die wartenden Zugteilnehmer nieder. Glücklich, wer da ein Regencape oder einen Schirm hatte. Doch der Schauer war schnell vorbei und während des Umzuges schaute auch schon mal die Sonne heraus.

 

Heringsessen
Aus der Frankfurter Neuen Presse:
Mit dem Hering war gestern alles vorbei.
In der kleinen Küche im Alfred Delp-Haus geht es zu wie auf einem großen Bahnhof. Doris Engl schippt üppige Portionen Hering auf die Teller, während Petra von Rosenberg schon die nächsten Schüsseln mit Kartoffeln raus trägt. „250 Portionen Hering haben wir für heute Abend vorbereitet“, erklärt Ulrike Nohl, eine der Helferinnen beim großen Heringsessen der Schwarzen Elf. „Natürlich nach dem Originalrezept à la Hilde und alles selbst gemacht“.
Das Heringsessen am Faschingsdienstag hat in der Hugenottenstadt schon seit den 70er Jahren Tradition. „Heringsessen am Aschermittwoch machen ja alle“, sagt auch Franz Holick, Vorsitzender der Schwarzen Elf. „In Neu-Isenburg hat die Fastnacht aber schon am Montag den Haupttag, nach unserem Lumpenmontag kommt ja nicht mehr viel. So kommen die Narren eben schon am Dienstag zusammen, um die fünfte Jahreszeit ausklingen zu lassen. Das gemeinsame Essen ist dabei nur ein Programmpunkt, denn auch die Bütt‘ hatte gestern Abend noch ihren Platz im Alfred Delp-Haus. Stefan, das singende Sahnehäubchen aus dem Michibau, trat auf sowie Jörg Röschke, von der Freien Turnerschaft Blau-Weiss Dörnigheim, mit seinem Programm „Ich hab mich tausend Mal gewogen“.
„Als besonderen Höhepunkt werden wir heute noch Horst Duhme mit dem goldenen Orden ehren“, kündigte Franz Holick an.
„Er ist der Urheber unserer Galionsfigur Michi“. Und Michi rückte dann auch um Mitternacht wieder in den Mittelpunkt des Interesses: Die große Stoffpuppe musste zurück in seinen Sack, wo sie erst am 11.11. dieses Jahres wieder heraus darf. „Wir begraben gemeinsam die Fastnacht feierlich mit dem Ablegen unserer Orden“, sagte der Vereinsvorsitzende. „Auch das Prinzenpaar, Prinz Stefan I. und Prinzessin Ina II., wird dann seine Gewänder hier ablegen.“ Bis zur nächsten närrischen Kampagne ist dann auch der Helau-Ruf in Neu-Isenburg verboten.

Soweit die Presse.
Zunächst hatte man aber dem Prinzenpaar einen überwältigenden Empfang bereitet. Zu Beginn des Abends wurden leere Schwarze Elf Plakate verteilt, auf die jeder Gast einen Gruß an das Prinzenpaar schreiben konnte. Auf den hochgehaltenen Plakaten stand dann beim Einzug des Prinzenpaares: „Stefan, du bist mein Traumprinz“, „Stefan, wir lieben dich“ oder „Ina und Stefan, Prinzenpaar forever“.
Ob dieses tollen Empfangs, die Showgruppe hatte auch gleich noch einen Tanz für die Beiden, konnten sie die Tränen kaum unterdrücken.

Aber auch das Programm hatte es in sich:
Nachdem Horst Duhme den Verdienstorden in Gold von Günter Sauermilch von der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval verliehen bekommen hatte, präsentierten die Maxis ihren Kampagnentanz. Sandy Gutsche lamentierte über das andere Geschlecht; „Männer“ hieß ihr Vortrag.
Ilene Kelly tanzte ein tolles Solo, Günther Marx sprach den Männern aus der Seele, „Brüder im Leiden“ hieß sein Vortrag.
Geschenke wurden verteilt; das Prinzenpaar bedankte sich bei seinen Helfern in der Kampagne. Die Garde bekam T-Shirts mit der Aufschrift: „Member of the PG 2008/2009“. PG stand für Prinzengarde.

Die Cappuccinos ließen das Publikum mit ihren schmissigen Liedern noch einmal zur Höchstform auflaufen. Mit dabei war dann auch der Prinz.

Tränenreich dann auch das Finale, als der Michi wiklich wieder in seinen Sack gesteckt wurde, alle Narren sich ihrer Orden entledigten und das Prinzenpaar zum ersten Mal realisierte: Jetzt ist es vorbei. Es war eine schöne Zeit !!!

 

 

Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, auf eine solch lange Zeit zurückblicken zu können. Nur in Ausschnitten kann diese Chronik einen solchen Zeitraum widerspiegeln, vieles von dem, was in dieser Zeit passiert ist, muss unerwähnt bleiben. Trotzdem hoffen wir, die Autoren, dass diese Chronik ein wenig dazu beitragen wird, dass Personen und Ereignisse der Schwarzen Elf nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

<-- zurück zur Übersicht